Preise Ungarn

Normal 30 /Stunde1
Verdolmetschung am Folgetag der Beauftragung 40 /Stunde1
Verdolmetschung am Tag der Beauftragung 45 /Stunde1

Preise Wien

Normal 45 /Stunde1
Verdolmetschung am Folgetag der Beauftragung 50 /Stunde1

Aufpreise

Aufpreis Fachsprache
(je nach Vorbereitungsbedarf)
20-50% d. Grundpreises
Außerhalb von Budapest oder Wien: Fahrtkosten
(wenn Transfer nicht übernommen wird)
0,5 /km

1Dauer der Verdolmetschung: vom Ankunft bis zum Abgang des Dolmetschers. Bei Teilstunden erfolgt die Berechnung auf Viertelstunden-Basis. Pro Auftrag wird mindestens ein Stundensatz berechnet. Bei mehrtägigen Aufträgen kümmert sich der Auftraggeber um Verpflegung und Unterkunft des Dolmetschers. Wir verrechnen keinen Mwst. Die oben genannten Preise sind zu entrichten. Bezahlung gegen Rechnung in Bar vor Ort oder per Banküberweisung.

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(etwa Firmenwebsite, Wiki)

Anfragen werden i. d. Regel noch am selben Tag beantwortet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Wir führen keine Newsletter.

Arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem Dolmetscher?

Tips

Das Dolmetschen eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Deswegen ist es für uns wichtig, die genauen Umstände der Verhandlung bzw. Veranstaltung zu kennen: Dauer, Fachgebiet, Anzahl und Nationalität der Vortragenden und der Zuhörer. Der Schlüssel der erfolgreichen Verdolmetschung liegt in der Vorbereitung, deswegen bitten wir unsere Auftraggeber, alle verfügbaren Informationen zur Verfügung zu stellen (geschriebene Reden, Glossar von Abkürzungen etc).

Bei vertraulichen Geschäfts- oder Gerichtsverhandlungen treffen wir manchmal auf die äußerst kontraproduktive Ansicht, dass man den Dolmetscher im Voraus gar nicht einweihen muss, da er ja „nur übersetzen soll“. Aber natürlich. Das würde nur funktionieren, wenn jede Sprache völlig gleich aufgebaut wäre, jede Redewendung ein Pendant mit den gleichen Wörtern hätte, d.h. wenn weltweit alles gleich ausgedrückt sei. Dann reichte wirklich, die lexikalen Tausche zu verrichten und das war’s dann.

Wer schon mal mit einem Übersetzungsprogram gearbeitet hat, oder auch nur eine einzige Sprachstunde in seinem Leben beigewohnt hat, weiß, dass das nicht der Fall ist. Wer nicht, den müssen wir in solchen Fällen überzeugen, dass der Dolmetscher spätestens an der Verhandlung die gehütete Informationen erfährt. Man kann nicht immer erwarten, dass man einem Unbekannten blind vertraut, aber man kann z.B. ein Dokument auch nach Schattierung der sensiblen Daten verschicken.

An Geschäftsverhandlungen, wenn doch so viel an der richtigen Verhandlungstechnik liegt, ist es ausgesprochen vorteilhaft, wenn auch der Dolmetscher darüber im Klaren ist, was an der einen oder anderen Seite als viel oder als wenig gilt, was in Petto ist, welche die Mindestziele sind. Differenzierte Redewendungen können je nach Sprache abweichen, spiegelübersetzt funktionieren sie meistens nicht, deswegen ist es auch hier nicht sinnvoll, den Einbezug des Sprachdienstleisters damit abzuhaken, er solle „afoch genau das übersetzen, was ich sage“.

Schließlich ist mit Präsentationsaufgaben, die als Dolmetscheraufgaben 'getarnt' werden das Problem, dass der Dolmetscher die Inhalte zwar einstudieren, auf die Fragen der Zuhörer aber nicht gefasst sein kann. Man sollte nicht nur mit dem Auftraggeber, sondern zu Beginn der Präsentation auch der Zuhörerschaft klären, wer ihre Fragen beantworten wird. Die Grundlage dazu ist eine vorläufige Rollenabstimmung zwischen Auftraggeber und Dolmetscher.

Ersparen wir also nicht die Absprache mit dem Dolmetscher, sprechen wir von der Situation, zehen wir ihn mit ein, erfahren wir, was er als Externist nicht wissen kann. Helfen wir ihm, uns zu helfen.

Dolmetschsituationen

I. Konsekutivdolmetschen

Die Verdolmetschung erfolgt zeitversetzt, d. h. der Dolmetscher macht sich, während des Vortrags Aufzeichnungen und produziert anschließend den zielsprachlichen Text. Die zielsprachliche Fassung sollte beim Konsekutivdolmetschen gestrafft und besonders gut strukturiert sein, um die Zuhörer zu entlasten, da diese Dolmetschart die Vortragszeit verlängert. Die einzelnen Textpassagen können unterschiedlich lang sein, umfassen jedoch gemeinhin einen längeren, inhaltlich zusammenhängenden Abschnitt. Aufgrund des hohen Zeitbedarfs wird das Konsekutivdolmetschen heute nur noch selten bei Konferenzen eingesetzt. Häufiger kommt es bei feierlichen Anlässen (Tischreden, Empfängen), oder bei kulturellen Veranstaltungen wie Autorenlesungen oder Filmpremieren zum Einsatz.

Begleitendes Dolmetschen

Der begleitende Dolmetscher muss oft auch den Anforderungen an einem Fremdenführer und einem Host gerecht werden. Meistens wird es von Firmen in Anspruch genommen, die einen ausländischen Gast für mehrere Tage empfangen oder für die ausländischen Teilnehmer einer Konferenz Begleiter benötigen. Der begleitende Dolmetscher steht dem Gast von seiner Ankunft bis zu seiner Abreise zur Verfügung.

II. Simultandolmetschen

Simultandolmetschen oder Synchrondolmetschen bedeutet, dass das Dolmetschen mit dem quellsprachlichen Inhalt gleichzeitig erklingt. Diese Art von Dolmetschen erfordert viel Erfahrung und Ausdauer. Je nach Situation unterscheidet man folgende Arten der Simultanverdolmetschung:

Flüsterdolmetschen

Das Flüsterdolmetschen (auch Chuchotage) ist eine Form des Synchrondolmetschens, die ohne technische Hilfsmittel auskommt. Der Dolmetscher sitzt zwischen oder hinter seinen Zuhörern und spricht ihnen die Verdolmetschung sehr leise zu. Gedolmetscht wird für maximal drei Personen.

Mediendolmetschen

Beim Mediendolmetschen in Hörfunk und Fernsehen soll möglichst zeitnah gedolmetscht werden, damit kein Sendeloch entsteht. Die Stimmführung, die Intonation und der allgemeine Klang der Stimme spielen beim Mediendolmetschen eine besondere Rolle. Im Idealfall sitzt der Mediendolmetscher in einer schalldichten Kabine und verfolgt die Redner an einem Monitor mit.

Herausforderungen eines Dolmetschers

Herausforderungen der Simultan- bzw. der Konsekutivverdolmetschung

Die Wortfolge von ungarischen und deutschen Sätzen ist unterschiedlich. Damit man das Tempo beim Synchrondolmetschen halten kann, kommt es vor, dass der Dolmetscher einen Satz beginnt, ehe er schon weiß, wie dieser endet. Seine Erfahrung mit dem Thema, die Kenntnis der Sprecher bzw. der Zuhörer kann dies zusätzlich verstärken. Die Sätze des gesprochenen Textes hängen vielfältig miteinander zusammen, beinahe alles wird mindestens einmal wiederholt, und das Neue geht meistens aus dem bereits gesagten hervor. Das heißt vieles erschließt sich von selbst. Aus den Niederschriften von Dolmetschertexten kann man entnehmen, dass erfahrene Dolmetscher korrigierbare Satzkonstruktionen bevorzugen.

Das Synchrondolmetschen unter idealen technischen Bedingungen – z.B. an Konferenzen – geht folgendermaßen:

  • die Sprecher benutzen Mikrofone (im Idealfall haben alle ein Tischmikrofon),
  • der Dolmetscher sitzt in einer Kabine und hat ein Headset an,
  • und die Konferenzteilnehmer empfangen die Sendung mit Radiokopfhörern – wenn sie sie gerade brauchen (bei mehrsprachigen Konferenzen hat jede Sprache, also Dolmetscher einen eigenen Kanal).

Abhängig von der Anzahl der Zuhörer und ihrer Sprachen kann es zu Kompromissen kommen; z.B. wenn die Teilnehmer kein Mikrofon haben und der Dolmetscher nicht in einer Kabine, sondern ohne Kopfhörer irgendwo in einer Ecke sitzt.

Nach einer allgemein verbreiteten Annahme soll das gleichzeitige Zuhören, Übersetzen und Sprechen außerordentlich anstrengend sein. In Wahrheit bereitet begabten Menschen die gleichzeitige Rezeption und Produktion an sich keine Schwierigkeiten. Natürlich hat das Synchrondolmetschen seine zeitlichen Grenzen; bei den einen ist es 2, bei den anderen 3 Stunden, bei manchen mehr. Das ist aber bei anderen geistigen Anstrengungen, wie dem intensiven Verhandeln, Vortragen und Lernen nicht anders. Das Gehirn wird auch mal müde, und braucht von Zeit zu Zeit Ruhe (Pause, Stille). Dolmetscher finden sich häufig in Situationen wieder, die ihre Lernfähigkeit und Einfallsreichtum stark beanspruchen.

Die meisten Geschäftsverhandlungen, aber auch Feierlichkeiten, Empfänge sind Fälle der Konsekutivverdolmetschung; der Sprecher gibt nach einigen Gedanken etwas Zeit für die Verdolmetschung. Geübte Profidolmetscher sind fähig bis zu 5 Minuten zu wiedergeben; ist der Dolmetscher bereits mit dem Thema vertraut, sogar längere Texte bis etwa 10 Minuten. So viel ist schon wirklich eine Mordsarbeit. Dies erfordert – trotz virtuoser Notizen-Technik – ein gutes Gedächtnis, aber auch die Übersetzung von Gedächtnis-Meistern kann nicht die Qualität eines schriftlich übersetzten Textes erreichen. Wir sprechen von einem guten Ergebnis, wenn die Übersetzung alle wesentlichen Informationen und die Sprechabsichtenbeinhaltet; die Gewichtung und die Einstellung des Sprechers gegenüber der Informationen.

Die Konsekutivverdolmetschung ist dann schwieriger, als die synchrone, wenn der Sprecher sozusagen die Welt um sich vergisst, und der Dolmetscher ihn nicht darauf aufmerksam machen kann, etwa weil sie vor einer großen Zuhörerschaft stehen. Auch die kurzen, nicht durchdachten Reaktionen in mangelhaften Sätzen können dem Dolmetscher schwer zu schaffen machen – vor allem, wenn es um Themen geht, die dem Dolmetscher nicht geläufig sind. Leider ist es vielen nicht bewusst, dass der Dolmetscher die Gedanken auch verstehen sollte, um sie übersetzen zu können. So etwas, wie die bloße Übersetzung ohne Verständnis existiert nicht, vor allem, wenn die Parteien – so wie im Alltag – mit dürftigen, nicht grammatischen Wortgefügen aufeinander reagieren.

Unabhängig von der Dolmetschart können unerwartete Termini die Arbeit des Dolmetschers erschweren. Deswegen bitten wir unsere Kunden vor jedem Auftrag, uns möglichst viele Dokumente zuzusenden. Oder – wenn das jeweilige Fachgebiet etwas spezifischer ist – wenigstens etwas Lehrstoffmäßiges; in Zeiten des Internets sollte das prinzipiell kein Problem sein.

Wenn sich die Parteien entzweien und einander in die Rede fallen, überlastet dies den Dolmetscher sehr wohl. An Gerichten gibt es eine strenge Verfahrensordnung und eine Etikette, welche in der Regel allseitig beachtet werden; bei Notaren oder an internen Konferenzen hingegen können sich die Gemüter schon mal erhitzen. Schlimm wird es dann, wenn sie aus der Schlammschlacht auch den Dolmetscher nicht ausklammern (wie man auch den Anwalt, die Zeugen der anderen Partei anzugreifen pflegt).

Solche Situationen stellen die Stressresistenz der Kollegen auf die Probe, aber man sollte bis zuletzt auf die Wahrung der Form, auf die höfliche Anrede und einer gepflegten Wortwahl bestehen. Während geistige Ermüdung sich erst nach Stunden bemerkbar macht, führt die emotionale Ermüdung schnell zum dramatischen Abstieg der Dolmetscherleistung. Die gute Nachricht ist, dass man sich auch daran gewöhnen kann; mit den Jahren entwickelt man eine Immunität den Stimmungen des Umfelds gegenüber.

Soft skills

Unsere Gesellschaft ist äußerst komplex, sie gleicht einer Torte mit bunten Schnitten. Die meisten Menschen haben nur wenig Kontakt zu denjenigen, die abseits der eigenen sozialer Schicht sind. Komplette Gesellschaften leben nebeneinander ohne viel voneinander zu wissen. Dolmetscher aber – Juristen und Psychiatern ähnlich – haben sehr wohl Einblick in das Geschäft, Familienleben, in den speziellen Problemen ihrer Kunden. Oft finden wir uns in sehr fremdartigen Situationen wieder (allerdings macht genau das den Reiz des Berufs aus). 2/3 der Dolmetscheraufträge sind juristischer Natur (Gerichtsverhandlungen, Besuch beim Anwalt, beim Notar, Eheschließungen, Vaterschaftserklärungen, Adoption, Erbschaftsverhandlungen); die Präsenz des Dolmetschers ist gesetzlich vorgeschrieben. Die größte Ehre in diesem Beruf ist das Vertrauen, das unsere Kunden uns entgegenbringen.

Jeder Gesellschaftsschicht hat ihr eigenen Kontext. Eine kirchliche Konferenz über Bildung- und Identitätsfragen ist eine gänzlich andere Sphäre als die Sitzung in einer Autofabrik über die Produktion. Bei mehrtägigen Veranstaltungen reifen die Informationen bei Nacht und Nebel aus; auch die neuen Wörter, aber nicht nur. Die Absichten, Wünsche oder gar Ängste des Auftraggebers und der Teilnehmern; ggf. soll sich die vom Klientel erwartete grundsätzliche Verhaltensweise setzen. Bischöfe und Ingenieure, Geschäftsleute und Sportler haben einen unterschiedlichen Umgang miteinander und der Außenwelt gegenüber.

Spezielle Herausforderungen in Dolmetsch-Situationen

Wenn an einer teuer organisierten Veranstaltung die Verdolmetschung nicht funktioniert, sind die Schaden enorm. Kann man sowas vorbeugen? Mit unserer Erfahrung aus über einem Jahrzehnt haben wir die Qualitätsmerkmale der Verdolmetschung erfasst.

1. Nicht die Papiere machen den guten Fachmann, aber fähige Dolmetscher werden ein Zeugnis und einige Referenzen schon vorweisen können – die Erfahrung am jeweiligen Fachgebiet ist die Krönung.

2. Er soll in der Regel laut und präsent sein, sich ggf. aber nicht in Vordergrund stellen.

3. Manchmal wird dem Dolmetscher die Aufgabe zuteil, Struktur in das Gespräch zu bringen, zu verlautbaren, wann jemand sprechen darf und wann er warten muss. Leider trifft man manchmal auf unmögliche Erwartungen, wie die Übersetzung eines unerbittlich schnell abgehaspelten, eventuell auch noch mit Daten überfüllten Textes. Ein erschwerender Umstand kann der starke Akzent sein, wovon im Fall des Deutschen so einige gibt. Für die optimale eigene Leistung ist es sehr wohl Aufgabe des Dolmetschers, für übersetzbare Dialoge zu sorgen und Sprecher, die schlechte Texte produzieren, darauf hinzuweisen.

4. Die Aussagen der Sprecher darf er nicht ergänzen, eigene Informationen hinzufügen, weil der Rezipient glauben könnte, dass auch das von seinem Gesprächspartner kommt und darauf reagieren kann – die Einmischung kommt schnell zu Tage. Meistens ist der Dolmetscher ein Sprachdienstleister, welcher als aktive Persönlichkeit überhaupt nicht anwesend ist; die Fragen an ihm beantwortet er nicht selbst, sondern vermittelt sie bloß, selbst wenn er glaubt, die Antoworten zu kennen und dadurch allen Zeit sparen zu können... Nein. Sollte er sich irren, können Missverständnisse entstehen – ein Profi-Dolmetscher weicht diese Gefahr vom weiten aus.

Ausnahme bilden Begleitungsverdolmetschungen, wenn die Rolle des ortsansässigen Dolmetschers an die eines Beraters grenzt, z.B. weil die Zielperson die fremde Umgebung nicht kennt. Auch an touristischen Veranstaltungen kommt es vor, dass der Dolmetscher selbst Teilnehmer des Dialogs wird. Man sollte also Situationen, in denen er vollwertiger Partner ist von denjenigen unterscheiden, in denen er bloß ein Sprachdienstleister ist – auch dann, wenn dies den Auftraggebern nicht bewusst wird.

5. Als Dienstleister sollte er sich nicht in das Leben der jeweiligen Gemeinde einmischen, vor allem in so unerfreulichen Situationen, wie eine Arbeits- oder Gerichtlichsverhandlung (hier ist die Anwesenheit des Dolmetschers vom Gesetz vorgeschrieben, obwohl nicht immer notwendig). Man kann von den Kunden nicht erwarten, dass sie den Dolmetscher in der Einhaltung seiner beruflichen Ethik unterstützen. Sie bohren nach, wollen wissen, was hinter den geschlossenen Türen geschehen ist – das muss man höflich, aber eindeutig zurückweisen. Wem der Dolmetscher Loyalität schuldet, wem er auch das nebenbei Wahrgenommene zu berichten hat? Natürlich seinem Auftraggeber, aber auch nur ihm persönlich.

6. Seine Loyalität dem Auftraggeber gegenüber kann der Dolmetscher bescheinigen, indem er bei dem Visitenkartenaustausch beim Kennenlernen selbst keine Karten mit den fremden Parteien tauscht.

7. Der Auftritt des Dolmetschers soll Vertrauen wecken. Bei Medienverdolmetschung gewinnt das gute Aussehen an Bedeutung, und – damit kein Sendeloch entsteht – eine hohe Reaktionsfähigkeit; des Weiteren alles, was von einem Medienakteur erwartet wird: Höflichkeit und eine gute Portion Seelenruhe.

8. Vor allem in neuen Situationen ist die Vorbereitung der Schlüssel zum erfolgreichen Dolmetschen. Wenn, dann haben Ungarn hier gerade von der deutschen Kultur was zum Lernen. Oft ist es der Voraussicht und dem Gewissen des Dolmetschers überlassen, sich auf eine bestimmte Fachsprache selbständig vorzubereiten. Zum Glück kann man sich mithilfe von online Suchdiensten und Lexika auch kurzfristig auf ein neues Fachgebiet einstimmen und die häufig gebrauchte Redewendungen kennen lernen.

9. Häufig sind Organisationsaufgaben gefragt. Wir kennen die alltägliche Erwartung von Kunden, die Tausende von Kilometern hinter sich haben, dass man einen Immobilienmakler sucht, einen Termin beim Anwalt ausmacht oder einen Elektriker bestellt. Hier ist Vorsicht gefragt, weil der Sprachdienstleister doch nicht alles auf sich nehmen kann, er kann sich nicht in allem auskennen, und wenn der Auftraggeber dies noch so wollte.

10. Wenn es möglich war, sich Notizen zu machen, kann der Dolmetscher von den Meetings auch ein zweisprachiges Protokoll erstellen (in diesem Fall verrechnen wir den Stundensatz der Übersetzung, was etwa ein Drittel des Dolmetscher-Stundensatzes beträgt).

11. Anforderungen vor Gericht:

  • Anpassung ans Protokoll
  • Versiertheit in der allgemeinen Jura-Sprache
  • Kenntnis häufig wiederholter Phrasen
  • bei rechtlichen Akten ist ein Dolmetscher-Abschluss verpflichtend

Manchmal reicht die bloße Anwesenheit des Dolmetschers; etwa wenn sich herausstellt, dass ein Insider an der Veranstaltung beide Sprachen spricht, und auch bereits in das Thema involviert ist. Der Dolmetscher hat hier möglichst viel von der Situation wahrzunehmen, weil ein ander Mal wird er wahrscheinlich benötigt. Die bequemste Art Geld zu verdienen ist, wenn man zwecks Kontrolle eines anderen Dolmetschers herangezogen wird, z.B. an Gerichtsverhandlungen im Ausland. Die einzige Anforderung, der man hier gerecht werden muss ist es, nicht dazwischenzureden. Mit der bloßen Anwesenheit bewegt er den Dolmetscher dazu, keinen Fehler bei der Übersetzung zu machen, weil er dann angegriffen werden kann, was zu erneuten Verhandlungen führen kann.

12. Sagen wir es einmal politisch inorrekt: Der Dolmetscher ist das 'notwendige Übel'. Daraus geht hervor, dass er selbst keine Umstände während seines Einsatzes bereiten darf; er soll sich anpassen, und nicht die Umstände. Man kann zum Beispiel die Verköstigung nicht jedes Mal erwarten, obwohl es einem Freude bereitet.

Da die Kunden in vielen Fällen zum ersten Mal mit einem Dolmetscher arbeiten, kann man nicht erwarten, dass sie Rücksicht auf die hier aufgelisteten Problemen nehmen. Aber auch Dolmetscher haben manchmal Glück. An einer Konsultation von Ärzten des ungarischen und österreichischen Roten Kreuzes hat sich z.B. Folgendes ereignet. Aus dem, was an der Website für Blutspender stand, hat sich unser Dolmetscher in beiden Sprachen ordentlich vorbereitet; trotzdem hatte er das Bedenken, wenn sich die Mediziner in den Einzelheiten der Blutprobe-Analyse vertiefen, könnten unbekannte Biologie-Termini auftauchen, die er schlimmstenfalls mit Rückfragen und Umschreibungen überbrücken kann.

Die Besprechung ist trotzdem ohne Probleme über die Bühne gegangen, da die Medizinergesellschaft für alle Krankheitserreger, medizinische Apparate und Vorgänge international vereinheitlichte Akronyme benutzt. Unser Mann hatte nichts weiter zu tun, als die Abkürzungen mit einigen Verben und Nomen in Sätzen umzuwandeln – die Ärzte haben sich verstanden.

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